Einkommenssteigerung durch Zusatzleistung

Kaum ein anderer Beruf erfordert eine höhere Motivation als der des Arztes. Sie tragen eine enorme Verantwortung für die Gesundheit Ihrer Patienten. Natürlich finden Sie Befriedigung darin, Menschen helfen zu können oder gar Leben zu retten. Doch werden Sie auch adäquat für diese Aufgabe entlohnt? Ich informiere Sie hier darüber, ob Sie im Gehaltsvergleich als Arzt oder Ärztin weit oben liegen, in welchem Bundesland sich eine Praxis für Sie lohnt oder welcher Facharzt am besten bezahlt wird.

Wie viel verdienen Ärzte im Krankenhaus?

Es gilt zu unterscheiden zwischen Ärzten, die in Krankenhäusern tätig sind oder in einer niedergelassenen Praxis arbeiten. Deutlich wird, dass Ärzte weiter zu den Berufsgruppen zählen, die ein gutes Einkommen erzielen, vom Klischee des überbezahlten “Halbgottes in Weiß” jedoch weit entfernt sind. Bei derlei Gehaltsvergleichen werden die oftmals extreme Belastung der Mediziner durch Schichtdienste, viele Überstunden und die große Verantwortung für das Leben der Patienten außer Acht gelassen.

Vergleich der Position

Die angestellten Mediziner im Krankenhaus unterliegen laut Umfragen in der Entlohnung klar einer Hierarchie: Der Chefarzt steht mit einem durchschnittlichen Jahresverdienst von 279.000 Euro an der Spitze, gefolgt vom Oberarzt mit knapp 114.00 Euro im Jahr; Fachärzte und in Ärzte in Weiterbildung belegen mit großem Abstand (84.000 bzw. 68.000 Euro) die Plätze drei und vier.

Vergleich der Berufserfahrung

Zu unterscheiden ist weiterhin zwischen kommunalen, privat betriebenen und kirchlichen Krankenhäusern sowie Universitätskliniken. Für Krankenhäuser in kommunaler Hand gilt der “Tarifvertrag Ärzte”, der Mediziner in vier Entgeltgruppen einordnet: Assistenzarzt ohne Facharzttitel, Assistenzarzt mit Facharzttitel, Oberarzt und Chefarzt- Stellvertreter. Auch wie lange ein Mediziner bereits tätig ist, spielt bei seinem Gehalt eine Rolle: Je länger man im Job ist, desto höher das Einkommen. So staffelt sich der Lohn für einen Facharzt im ersten Jahr von im Durchschnitt 5.073 Euro pro Monat auf 6.516 Euro im 13. Jahr (zugrunde liegen 40 Stunden pro Woche).

 

Entgelttabelle von Ärzten in kommunalen Krankenhäuser

Vergleich der Region und Trägerschaft

Keine signifikante Differenz ergibt sich beim Vergleich zwischen kommunalen Einrichtungen und privaten Klinikkonzernen. Jedoch ist noch immer ein Gefälle zu beobachten, wenn man einen regionalen Vergleich oder den mit einer kirchlichen Trägerschaft durchführt. Am Beispiel eines Einsteigers in den Arztberuf erweist sich eine Anstellung in einer Universitätsklinik (West) als lukrativer als in einem evangelischen Krankenhaus (Ost), welches an letzter Stelle im Gehaltsranking steht. Selbiges lässt sich für den angestellten Facharzt aufzeigen, der wiederum an einer Uniklinik im Westen am besten verdient.

  • Zu den o.g. Gehältern addieren sich Zulagen für Schichtdienste, Honorare für Gutachten und die anteilige Bezahlung für die Behandlung von Privatpatienten.
  • Zu den o.g. Gehältern addieren sich Zulagen für Schichtdienste, Honorare für Gutachten und die anteilige Bezahlung für die Behandlung von Privatpatienten.

 

Die Übersicht für Einsteiger (Ärzte )*

  • Zu den o.g .Gehältern addieren sich Zulagen für Schichtdienste, Honorare für Gutachten und die anteilige Bezahlung für die Behandlung von Privatpatienten

 

Die Übersicht für Fachärzte

  • Zu den o.g .Gehältern addieren sich Zulagen für Schichtdienste, Honorare für Gutachten und die anteilige Bezahlung für die Behandlung von Privatpatienten

WIE VIEL VERDIENEN FACHÄRZTE MIT EIGENER PRAXIS?

Dass ein niedergelassener Facharzt monatlich höhere Ausgaben hat als sein angestellter Kollege im Krankenhaus, liegt auf der Hand. Die Unterhaltung der Praxis, die Anschaffung neuer Technik, die eigene Altersvorsorge – all das kostet Geld. Somit sind die höheren Einkommen der Fachärzte mit eigener Praxis entsprechend zu gewichten,

Auch wenn diese in den vergangenen Jahren um einige Prozentpunkte gestiegen sind. Die Zusammensetzung des Einkommens erfolgt aus den Zuweisungen der Krankenkasssen, den Honoraren von Privatpatienten, Behandlungsprogrammen für chronisch Kranke und weiteren Einkünften aus Verträgen mit den Kassen.

Facharzt ist nicht gleich Facharzt. Wer ist der Top-Verdiener? Wer befindet sich am unteren Ende der Skala? Die Spanne der monatlichen Einkünfte ist weit, wie auch die aktuellen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes zeigen.

Ausgewählte Gehälter von Fachärzten im Überblick (durchschnittliches Bruttogehalt / Monat)

  • Hausarzt: ca. 11.500 Euro
  • Kinderarzt: ca. 11.666 Euro
  • Gynäkologe: ca. 12.000 Euro
  • Hals-Nasen-Ohren-Arzt: ca. 12.333 Euro
  • Urologe: ca. 14.000 Euro
  • Neurologe: ca. 14.416 Euro
  • Internist: ca. 15.333 Euro
  • Dermatologe: ca. 15.416 Euro
  • Orthopäde: ca. 16.083 Euro
  • Chirurg: ca. 16.500 Euro
  • Augenarzt: ca. 19.083 Euro
  • Radiologe: ca. 25.250 Euro

 

IN WELCHEM BUNDESLAND VERDIENEN ÄRZTE AM MEISTEN?

Wenn Sie planen, eine neue Praxis zu eröffnen oder eine bestehende zu übernehmen, sind diese Informationen für Sie von Vorteil. In der oben genannten Statistik finden sich ebenfalls Angaben über die Verdienstmöglichkeiten je nach Bundesland.

Im Allgemeinen ist das Einkommen für Ärzte wie auch Zahnärzte in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg am höchsten; im Mittelfeld bewegen sich Bundesländer wie Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Sämtliche ostdeutsche Bundesländer liegen in der Gehaltstabelle auf den hinteren Rängen.

Drei Beispiele sollen Ihnen verdeutlichen, dass es bei der Wahl Ihres Arbeitsortes jedoch stets darauf ankommt,

WELCHER FACHRICHTUNG SIE ANGEHÖREN:

  • So dreht sich zum Beispiel bei den Einkünften der Allgemeinmedizinerder Trend der Krankenhausärzte um: Ein Hausarzt kann in den östlichen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt oder Thüringen den höchsten Verdienstmit der eigenen Praxis erzielen (über 9.000 Euro; dagegen kommt er in Hamburg nur auf etwas über 5.000 Euro). Und wird sich aufgrund des Ärztemangels zusätzlich über ausreichend Patienten freuen.
  • Das Gehalt eines Kinderarztes fällt in Berlin mit rund 7.700 Euro recht mäßig aus, während man in Niedersachsen und im östlichen Nordrhein-Westfalen weit über 9.000 Euro erwirtschaften kann.
  • Betrachtet man als drittes Fallbeispiel den Augenarzt ergibt sich eine enorme Breite von ca. 14.000 Euro in Bremen bis zum Schlusslicht Hessen mit lediglich knapp 8.000 Euro.

 

FAZIT

Ob als angestellter Arzt im Krankenhaus oder als niedergelassener Facharzt mit eigener Praxis – als Arzt tragen Sie enorme Verantwortung. Im Gehalt spiegelt sich das nicht immer wieder, da es große Unterschiede in der Bezahlung zwischen verschiedenen Facharztrichtungen oder auch regional gibt. Während Sie im Krankenhaus mit Tarifvertrag hierarchisch und nach Berufserfahrung bezahlt werden, geht es bei der Selbstständigkeit um Ihren speziellen Bereich: Als Radiologe sind Sie der Top-Verdiener, als Hausarzt ist beim Gehalt noch einige Luft nach oben. Falls Sie über einen Standortwechsel nachdenken, sollten Sie die regionalen Gehaltsgefälle mit berücksichtigen.

SELBSTSTÄNDIG, ANGESTELLT ODER GEWERBLICH TÄTIG?

Wie Ihre Einkünfte versteuert werden hängt maßgeblich davon ab, ob Sie als selbstständiger oder angestellter Arzt oder als gewerblich tätig gelten. Als Arzt versteht das Finanzamt die Betätigung aufgrund von eigenen Fachkenntnissen im Bereich der Heilkunde zur Vorbeugung, Feststellung und Behandlung von Krankheiten auf wissenschaftlichen/medizinischen Gebieten sowie arztähnliche Berufe wie die eines Heilpraktikers oder Physiotherapeuten.

1.1 Entfernte medizinische Tätigkeit:

Handelt es sich bei Ihrer Berufsausübung um eine „entfernte“ medizinische Tätigkeit, sollten Sie vorab mit Ihrem Steuerberater und dem Finanzamt klären, inwieweit Sie selbständig in einem Heilberuf agieren. Wenn das Finanzamt zu dem Ergebnis kommt, dass Ihre Arbeit nicht unter die eines arztähnlichen Berufes fällt, so sind Sie nicht selbständig, sondern gewerblich tätig. Dies kann zu einer Buchführungs- und auch Gewerbesteuerpflicht (d.h. zusätzliche Steuerlast für Sie) führen.

1.2 Arzt mit eigener Praxis:

Sind Sie als Facharzt in Ihrer eigenen Praxis allein oder mit mehreren Kollegen imZus ammenschluss tätig, so handeln Sie eigenverantwortlich, nachhaltig und somit selbständig. In solchen Fällen ist eine Abgrenzung zu einem Angestelltenverhältnis nicht notwendig.

Besteuerung durch persönlichen Steuersatz

1.3 Angestellter Arzt:

Ebenfalls ergeben sich keine Schwierigkeiten bei der Beurteilung einer nichtselbständigen Tätigkeit als Arbeitnehmer, wenn Sie aufgrund eines Anstellungsvertrags z.B. bei einem Krankenhaus oder einem Arzt mit eigener Praxis mit Urlaubsanspruch, Gehaltsregelung etc. als Krankenhausarzt arbeiten.

Besteuerung durch Lohnversteuerung

1.4 Weisungsgebundener Arzt:

Allerdings besteht gerade bei dem medizinischen Berufe eines Arztes oftmals eine Art Weisungsgebundenheit zu bestimmten Institutionen wie der Bundeswehr oder Betrieben/Ämtern (z.B. als Bundewehrarzt, Knappschafts- und Betriebsarzt, Gesundheitsamt etc.), wenn Sie als Vertragsarzt für diese tätig werden. Der Gesetzgeber geht hier jedoch – trotz des Vertrages und einer bestimmten Abhängigkeit – von einer selbständigen Tätigkeit aus, da Sie weiterhin auf eigene Rechnung grundsätzlich eigenverantwortlich tätig werden.

Besteuerung durch persönlichen Steuersatz

1.5 Krankenhausarzt mit eigener Praxis:

Als Krankenhaus- und Assistenzarzt sind Sie – wie bereits erwähnt

– nicht selbständig tätig, soweit Sie Patienten des Krankenhauses gegen ein festes Gehalt behandeln. Wenn Sie jedoch neben der Tätigkeit im Krankenhaus noch eine eigene Praxis betreiben, so sind diese beiden Aufgabenfelder getrennt voneinander zu beurteilen. Als Krankenhausarzt sind Sie nicht selbständig, als eigenverantwortlicher Praxisarzt selbständig tätig.

Besteuerung durch persönlichen Steuersatz und Lohnversteuerung

1.6 Nebenberufliche Zusatztätigkeiten:

Oftmals ist es gerade in fachspezifischen Berufen der Fall, dass neben der hauptberuflichen Tätigkeit zusätzliche Leistungen nebenberuflich erbracht werden. Die zusätzlicheTätigkeit ist dann getrennt von der hauptberuflichen Arbeit anzusehen und es müssen jeweils getrennte Gewinnermittlungen geführt werden.

Beispiel 1 zu 1.6

Wenn Sie als Facharzt neben der hauptberuflichen Tätigkeit in Ihrer Praxis zusätzlich „nebenbei“ schriftstellerisch oder vortragend selbständig tätig werden, indem Sie Fachaufsätze oder Gutachten schreiben oder auf Medizinertagungen vortragen, so handelt es sich um zwei getrennte Tätigkeiten. Als Facharzt in Ihrer Praxis sind Sie selbständig tätig; hierfür ist eine Gewinnermittlung zu erstellen.

Für die nebenberufliche Ausübung ist getrennt ebenfalls eine Gewinnermittlung zu erstellen.

Beispiel 2 zu 1.6

Sie sind als Krankenhausarzt gegen ein festes Gehalt beschäftigt. Nebenberu ich schreiben Sie Aufsätze für medizinische Fachzeitschriften. Pro Beitrag erhalten Sie ein Honorar.

Als Krankenhausarzt sind Sie angestellt und somit nichtselbständig tätig. Sie werden diesbezüglich im Rahmen der Lohnsteuer besteuert. Die zusätzliche, schriftstellerische Betätigung ist als selbständige Tätigkeit anzusehen. Hierfür ist eine Gewinnermittlung zu erstellen, die im Rahmen der Einkommensteuererklärung berücksichtigt wird.

Besteuerung durch persönlichen Steuersatz und/oder Lohnversteuerung

Bei nebenberuflichen Zusatztätigkeiten sollten Sie sich außerdem darüber informieren, ob die Kleinunternehmerregelung auf Sie zutreffen kann.

Die Verschiedenen Arten der Besteuerung

Und so werden die Einkünfte aus den Tätigkeiten versteuert:

2.1 Lohnversteuerung bei nicht selbstständiger Tätigkeit

  • Ausgaben können als Werbungskosten abgesetzt werden
  • Einkommenssteuererklärung grundsätzlich freiwillig, je nach Wahl der Steuerklasse für die Arbeitslohnversteuerung und weiteren Einkünften aus selbstständigen Tätigkeiten kann sie jedoch Pflicht werden Grundsätzlich gilt bei einem Arbeitnehmerverhältnis, dass die Besteuerung des Gehaltes durch den Lohnsteuerabzug erfolgt. Durch Kosten, die Ihnen aufgrund der nichtselbständigen Tätigkeit anfallen – wie z.B. Fahrtkosten von Ihrer Wohnung zum Arbeitsort, Ausgaben für Arbeitsmittel, Arbeitskleidung etc. – können Sie sog. Werbungskosten von den Lohneinnahmen absetzen.Je nachdem, in welcher Höhe Ihnen Werbungskosten entstanden sind, mindern diese Ausgaben Ihre bisher auf die Bruttoeinnahmen abgeführte Lohnsteuer, sodass Sie gegebenenfalls sogar eine Steuererstattung erhalten können. Beachten Sie, dass alle Belege von berufsnotwendigen Anschaffungen für Ihre Tätigkeit aufbewahrt werden müssen. Außerdem ist zu bedenken, dass je nach Wahl der Lohnsteuerklasse sich allerdings auch Steuernachzahlungen für Sie ergeben können. Mehr zu dem Thema der Steuerklassenwahl finden Sie hier.

Grundsätzlich ist die Abgabe der Einkommensteuererklärung bei Einkünftenausschließlich aus einer nichtselbständigen Tätigkeit freiwillig. Die Einnahmen und Werbungskosten werden in der Anlage N (Nichtselbständige Tätigkeit) in der Einkommensteuererklärung angegeben. Je nachdem, welche Steuerklasse Sie jedoch für die Arbeitslohnversteuerung gewählt haben und inwieweit noch weitere Einkünfte aus selbständiger, gewerblicher oder Vermietungstätigkeit erzielt werden, kann eine

Abgabe der Einkommensteuererklärung verpflichtend sein.

2.2 Besteuerung durch den persönlichen Steuersatz bei

selbstständiger Tätigkeit

  • Besteuerung nach dem progressiv steigenden persönlichen Steuersatz
  • Gewinnermittlung (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) ist Pflicht
  • Kosten als Betriebsausgaben abzugsfähig
  • Einkommenssteuererklärung ist Pflicht

Betreiben Sie als Arzt eine eigene Praxis und sind somit selbständig tätig, erhalten Sie keinen Lohn, sondern profitieren vom Gewinn aus der Praxis. Als selbständiger Arzt müssen Sie eine Gewinnermittlung (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) erstellen, in der Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben für die Praxis gegenüberstellen und somit einen Gewinn/Verlust errechnen. Dieser ermittelte Gewinn (oder Verlust) ist auch für die Besteuerung im Rahmen der Einkommensteuererklärung anzugeben.

Die Höhe Ihrer persönlichen Einkommensteuer ist abhängig von Ihrem Gewinn. Da der persönliche Steuersatz progressiv steigt, zahlen Sie eine höhere Einkommensteuer je höher Ihr Gewinn ist. Umso wichtiger ist es deshalb für Sie, je nach Einnahmen aus Ihrer Selbständigkeit, auch über Betriebsausgaben (wie z.B. das steuerliche Absetzen Ihres PKW) und mögliche Investitionen nachzudenken, die Ihren Gewinn und damit auch Ihre Steuerlast mindern.

Als selbstständig tätiger Arzt sind Sie übrigens zur Abgabe der Einkommensteuererklärung verpflichtet. Gleiches gilt auch für die Ausübung einer nebenberuflichen Arbeit. Einnahmen und Ausgaben müssen auch hier in einer Gewinnermittlung kenntlich gemacht und im Rahmen der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

Wie bei der hauptberuflichen Selbständigkeit gilt auch bei dem zusätzlichen Job:

Je höher Ihr Gewinn, desto höher die (progressive) Steuerlast

Steuern Sparen

Wenn Sie selbstständiger Arzt mit eigener Praxis sind, müssen Sie Ihren Gewinn ermitteln und unterliegen einem progressivem Steuersatz – je mehr Gewinn, desto mehr Steuern. Es liegt in Ihrem wirtschaftlichen Interesse, möglichst viele Ausgaben von Ihrem Gewinn abzuziehen und so die Steuerlast zu verhindern.

4.1 Steuerliche Berücksichtigung von Praxisausstattung

Schaffen Sie für Ihre Praxis sogenannte ‘Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens’ an (technische Geräte, Büromöbel und weitere Ausstattungen, die der Praxisführung dienen), so können Sie die angefallenen Anschaffungskosten nur in Form von jährlichen Abschreibungsbeträgen als Betriebsausgabe berücksichtigen.

Dies bedeutet, dass Sie nicht bei Erwerb der Gerätschaften den gesamten Kaufpreis als Betriebsausgabe in der Gewinnermittlung festhalten dürfen, obwohl die Kosten Sie direkt in voller Höhe belasten.

Grund hierfür ist, dass die Wirtschaftsgüter Ihrem Betrieb für einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen und erst mit der Zeit abgenutzt werden. Diese Abnutzung oder auch technische Überholung stellt natürlich auf Dauer einen Wertverlust Ihrer Geräte dar und soll anhand der sog. AfA (Abschreibung für Abnutzung) in der Gewinnermittlung Ihrer Praxis über mehrere Jahre anteilig als Betriebsausgabe berücksichtigt werden.

4.1.1 Beginn der Abschreibung

Der Abschreibungszeitraum beginnt mit dem Zeitpunkt der Anschaffung. Darunter versteht der Gesetzgeber den Tag, an dem Ihnen der Gegenstand tatsächlich zur Verfügung steht (Datum des Lieferscheins/Rechnung). Beachten Sie, dass der Tag der Zahlung grundsätzlich irrelevant ist, soweit sich der Gegenstand nicht auch ab diesem Zeitpunkt in Ihrer Praxis befindet – denn erst dann kann z.B. ein Bürotisch auch genutzt und somit „abgenutzt“ werden.

4.1.2 Dauer der Abschreibung

Die Dauer der Abschreibung richtet sich nach der sog. technischen Nutzungsdauer – das bedeutet, wie lange der Gegenstand voraussichtlich genutzt werden wird/kann.

Von dem Bundesfinanzhof ist diesbezüglich eine Tabelle ausgegeben worden, die bei einem Großteil von Wirtschaftsgütern die technische Nutzungsdauer definiert. An diesen Werten orientiert sich auch das Finanzamt. Somit sollten Sie bei Berechnung der Abschreibung die Nutzungsdauer laut Bundesfinanzhof berücksichtigen.

4.1.3 Berechnung der Dauer der Abschreibung

Um die Abschreibung pro Jahr zu berechnen, müssen Sie neben der Nutzungsdauer zusätzlich die sog. Bemessungsgrundlage der AfA aufzeigen. Diese setzt sich zusammen aus den gesamten Anschaffungskosten eines Gegenstandes. Hierzu zählen der Kaufpreis zuzüglich eventuell angefallener Transport- oder Montagekosten. Die Mehrwertsteuer zählt nur dann zu den Anschaffungskosten, wenn Sie die Vorsteuer aus der Anschaffung nicht geltend machen können.

4.1.4 Ausnahme: Geringwertige Wirtschaftsgüter

Eine Ausnahme stellen die sog. geringwertigen Wirtschaftsgüter dar. Hierunter versteht man Gegenstände des Anlagevermögens, deren Anschaffungskosten netto (ohne Mehrwertsteuer) 410,-€ nicht übersteigen. Solche Gegenstände müssen nicht über Ihre Nutzungsdauer abgeschrieben werden, sondern können im Jahr des Erwerbs vollständig als Betriebsausgabe berücksichtigt werden. Allerdings müssen Sie einen vollen Abzug nicht vornehmen, sondern können auch trotzdem die normale Abschreibung wählen.

4.1.5 Aufzeichnungen im Anlageverzeichnis

Gegenstände, die Sie für Ihre Praxis angeschafft haben, müssen in einem sog. Anlageverzeichnis aufgeführt und der Gewinnermittlung beigefügt werden. Das Anlageverzeichnis muss alle Wirtschaftsgüter ausweisen, die zum betrieblichen Praxisvermögen gehören.

Auch geringwertige Wirtschaftsgüter ab einem Wert von 150€ müssen in dem Verzeichnis aufgeführt werden. In dieser Aufstellung müssen Sie die einzelnen Gegenstände bezeichnen sowie das Datum der Anschaffung, den Kaufpreis, die Nutzungsdauer und den Abschreibungsbetrag beziffern. Außerdem muss der Restwert des Wirtschaftsgutes zum Ende des Jahres aufgeführt sein.

4.1.6 Kosten der Wartung, Gebühren und sonstige Aufwendung

Nicht nur für die Anschaffung von Wirtschaftsgütern fallen Kosten an, sondern auch für deren Wartung oder Nutzung. So müssen Geräte regelmäßig gewartet, aktualisiert oder eventuell sogar repariert werden und für Telefon- und Internetnutzung fallen ebenfalls regelmäßig Kosten an.

Sämtliche Aufwendungen, die zusätzlich zu der Anschaffung von Gegenständen zu zahlen sind, können ebenfalls – soweit es sich um Aufwendungen im Zusammenhang mit der Praxis handeln – als Betriebsausgabe in der Gewinnermittlung berücksichtigt werden.

4.2 Kosten für die Anschaffung und Reinigung von Berufskleidung

Nicht jede Kleidung, die Sie während Ihrer Arbeitszeit und Berufsausübung tragen, wird vom Finanzamt auch als Berufskleidung angesehen. Steuerlich berücksichtigungsfähig sind lediglich solche Kleidungsstücke, die als typische Berufskleidung gelten. Unter dem Begriff der „typischen Berufskleidung“ verstehen sich solche Kleidungsstücke, die berufstypisch sind und grundsätzlich nur während der Arbeitszeit getragen werden. Ärzte haben es bei der Anerkennung von Berufskleidung etwas einfacher. Das Finanzamt sieht einen Großteil der Arztkleidung als typische Berufskleidung an, deren Kauf und Reinigung somit steuerliche Berücksichtigung finden kann. Typische Berufskleidung bei Ärzten sind weiße Kittel sowie weiße Arztjacken, die gewöhnlich statt eines Oberhemdes getragen werden. Weiße Hosen aus demFachhandel gehören ebenso wie weiße Hemden und Blusen ohne Emblem für die Arzthelfer/innen dazu. Die Anschaffungskosten (und auch Reinigungskosten) sind entweder als Werbungskosten oder als Betriebsausgabe abzugsfähig – je nachdem, ob Sie die Kleidung als Angestellter/Arbeitnehmer gekauft haben oder als selbständig tätiger Arzt.

Zu beachten ist, dass die Kosten der Kleidung nur in der Höhe abzugsfähig sind, in der die Kosten auch tatsächlich selbst von Ihnen getragen wurden. Haben Sie vom Arbeitgeber (z.B. vom Krankenhaus) anteiligen Kostenersatz erhalten, dürfen Sie nur den tatsächlich selbst gezahlten Anteil als Werbungskosten oder Betriebsausgabe geltend machen.

Wie bereits oben erwähnt, wird der Kauf eines Anzuges oder von „normalen“ Hemden, Jeans oder Shirts nicht als Berufskleidung angesehen. Schaffen Sie sich aufgrund Ihrer Chefarzttätigkeit mehrere Anzüge an, da Sie das Krankenhaus in Gesprächen auch repräsentieren, sind diese Kosten NICHT steuerbegünstigt. Eine private Mitnutzung kann nicht ausgeschlossen werden, auch wenn Sie für private Anlässe zusätzlich Anzüge besitzen. Einen Nachweis darüber zu erbringen, dass Sie den Anzug oder auch andere Kleidung nur zu beruflichen Zwecken nutzen, wird grundsätzlich so gut wie unmöglich sein. In gerichtlichen Verfahren konnten bisher lediglich Bekleidungen eines Oberkellners, Leichenbestatters oder auch Sportlehrers zu Gunsten des jeweiligen Klägers entschieden werden. Einsprüche von Managern, Bankangestellten oder Geschäftsleitern aufgrund der Nichtanerkennung der Anzugskosten wurden zum Beispiel nicht stattgegeben.

Tragen Sie typische Berufskleidung, so lassen sich neben den Anschaffungskosten auch grundsätzlich die Reinigungskosten als Werbungskosten/Betriebsausgaben berücksichtigen.

Meist wird die Berufskleidung in der häuslichen Waschmaschine gereinigt. Die Kosten genau zu berechnen ist hierbei nicht möglich. Aufgrund dessen dürfen Sie die anteiligen Aufwendungen des Waschvorgang (also Wasser-, Energie-, Wartungs-, und Waschmittelkosten) schätzen.

Das Finanzamt orientiert sich hierbei an gewissen Richtlinien und Werten des durchschnittlichen Strom- und Wasserverbrauches. Eine genauere Tabelle, wie hoch die Kosten der Wäsche in den verschiedenen Waschgängen ist, finden Sie unter diesem Link.

Entscheidend für eine Anerkennung der Reinigungskosten ist in jedem Fall, dass Sie zu Ihrer Steuererklärung einen Nachweis über die Berechnung der Reinigungskosten einreichen, wenn diese einen Wert von 110 € übersteigen. Ansonsten könnte der von Ihnen erklärte Betrag mangels Nachweis nicht berücksichtigt werden.

Übrigens spielt es für die Berechnung keine Rolle, inwieweit Sie die Berufskleidung gemeinsam mit oder ohne private Wäsche reinigen!

Bei Ihrer Berechnung sollten Sie Folgendes angeben:

  • Wie viele Personen Ihrem Haushalt leben
  • Wie oft Sie die Berufskleidung wöchentlich waschen und über wie viele Kalenderwochen im Jahr dies verteilt ist (d.h. Urlaubs- und Krankheitszeiten müssen außen vor bleiben)
  • Um welche Berufskleidung es sich bei der Wäsche handelt
  • Wie groß die Menge (in kg) der Kleidung ist
  • Wie hoch die Kosten der Wäsche der Berufskleidung pro kg/Waschgang sind
  • Wie hoch die aufsummierten Gesamtkosten sind

4.3 Weitere abzugsfähige Ausgaben

Außerdem können Sie folgende Ausgaben von Ihrem Gewinn abziehen:

  • Fahrtkosten, wenn Sie zu Ihrer Praxis oder zu Hausbesuchen fahren. Sie haben dabei die Möglichkeit, entweder eine pauschale 1%-Berechnung zu wählen oder ein detailliertes Fahrtenbuch zu führen.
  • die Ausgaben der Berufshaftpflichtversicherung
  • Fortbildungskosten, auch entsprechende Fahrt- und Übernachtungskosten: Bewahren Sie Teilnahmebescheingungen und Quittungen daher auf.
  • Kosten für ein Arbeitszimmer, wenn Sie die Verwaltungsarbeit nicht in Ihrer Praxis oder Klinik erledigen können und es sich dabei um einen separaten Raum handelt
  • Dekorationsartikel für die Praxis wie Bilder, Pflanzen, aber auch Zeitschriften. Weisen Sie für den Zweifelsfall nach, dass Sie die Gegenstände auch wirklich in der Praxis verwenden
  • Vorauszahlungen der privaten Krankenversicherung

Fazit

Für Sie als Arzt können je nach Ihrer Tätigkeit verschiedene steuerliche Berechnungen zum Tragen kommen – für einen Einzelfall kann es dabei immer Ausnahmen geben. Ihr Steuer- oder Unternehmensberater kann Ihnen dabei eine Unterstützung sein und möglicherweise noch andere Möglichkeiten nennen, die besser zu Ihrer individuellen Situation passen. Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesem E-Book einen umfassenden Überblick über die verschiedenen steuerlichen Regelungen an die Hand geben konnte.

Falls Sie noch Fragen haben und an einer unverbindlichen, kostenlosen Beratung interessiert sind finden Sie eine Kontaktmöglichkeiten auf der folgenden Seite.

Ein Zahnarzt unterscheidet sich aus Beratersicht deutlich von einem Kieferorthopäden, eine ländliche Praxis deutlich von einer Großstadtpraxis. Die steuerliche und betriebswirtschaftliche Beratung der Zahnärzte erfordert ein spezielles Wissen – auch unter berufsrechtlichen Aspekten. Für Ihren Praxiserfolg ist es daher wichtig, dass Ihr Steuerberater ein auf dem Gebiet der Zahnärzte spezialisierter Berater ist und nicht nur Kenntnisse auf dem Gebiet der Heilberufe allgemein hat. Also jemand, der Ihnen die notwenigen Hilfestellungen gibt, um aus betriebswirtschaftlicher Sicht den größtmöglichen finanziellen Erfolg zu erzielen. Ein Steuerberater, der Ihre Problembereiche erkennt und Ihnen entsprechende Lösungen aufzeigt.

Vielleicht haben Sie sich auch schon mal eine der folgenden Fragen gestellt:

  • Wo ist mein erwirtschaftetes Geld geblieben oder warum geht mein Kontokorrentkonto immer weiter ins Minus?
  • Warum wurde ich nicht frühzeitig über anstehende Steuernachzahlungen informiert?
  • Gibt es keine Möglichkeit, meine Steuernachzahlung in die Zukunft zu verschieben, um mein aktuelles Liquiditätsproblem zu lösen?
  • Wie liege ich mit Honorar und Praxiskosten im Vergleich zu anderen Praxen?
  • Wie kann ich meine Praxisrendite steigern, damit mehr Gewinn übrig bleibt?
  • Gibt es Möglichkeiten, neben Steuern auch noch weiteres Geld (z.B. im Bereich der Finanzierung, der Darlehen, der Versicherungen etc.) zu sparen?
  • Arbeitet meine ZMP/DH effizient?
  • Soll ich leasen, finanzieren oder bar zahlen?
  • Rechnet sich eine Zweigpraxis für mich?
  • Wann bin ich eigentlich „Umsatzsteuerpflichtig“?